Besser schlafen dank Tracking?
Eine kleine Schlafmatte soll den Schlaf analysieren, Atemaussetzer erkennen, Unruhephasen aufzeichnen und sogar ungünstige Schlafgewohnheiten sichtbar machen. Kann das wirklich funktionieren? Genau das verspricht der Withings Sleep Analyzer. Ob das Gerät dieses Versprechen tatsächlich hält, haben wir in den vergangenen Wochen ausführlich getestet.
Einzeltest: Smarte Schlafmatte Withings Sleep Analyzer
Wir müssen zugeben: Als wir zum ersten Mal von einer smarten Schlafmatte hörten, waren wir ziemlich gespannt.
Die smarte Schlafmatte wird einfach unter die Matratze gelegt und mit dem Strom verbunden.Als das Testgerät schließlich ankam, hatten wir allerdings etwas völlig anderes erwartet. Im Karton befand sich lediglich eine schmale Matte – deutlich kleiner als erwartet. Unser erster Gedanke war deshalb: Wie soll diese kleine Matte unter der großen Matratze den Schlaf zuverlässig analysieren? Der
Withings Sleep Analyzer* hat eine Länge von knapp 64 cm, ist 19 cm breit und 5 mm dick. Er wird auf dem Latten rost unter der Matratze in Höhe des Brustkorbs platziert und besitzt eine flache, nicht sichtbare Steuereinheit mit rund 2,8 Meter langem USB-Kabel für die Stromversorgung. Gesteuert wird er per Smartphone-App.
Einrichtung
Nach dem Herunterladen der App führt diese zunächst mit kurzen Erklärungen in die Funktionsweise des Sleep Analyzers ein. Nach dem Anlegen eines Benutzerkontos werden einige persönliche Angaben wie Geburtsdatum, Körpergröße und Gewicht abgefragt. Diese Daten dienen dazu, die gemessenen Gesundheitswerte besser einordnen und altersgerechte Auswertungen erstellen zu können. Nach dem Akzeptieren der Nutzungsbedingungen lässt sich die App auf Wunsch mit Gesundheitsplattformen wie Apple Health oder Google Health Connect verbinden. Anschließend wählt man den Sleep Analyzer aus einer Liste kompatibler Withings-Geräte aus. Nun fordert die App dazu auf, Bluetooth zu aktivieren und die Schlafmatte unter der Matratze auf Brusthöhe zu platzieren.
Automatische Konfiguration
Nach dem Einschalten wird der Sleep Analyzer automatisch erkannt und anschließend in das heimische WLAN eingebunden. Danach erfolgt die automatische Konfiguration, bei der unter anderem Matratzenstärke, Größe und Umgebung analysiert werden. Während der Konfiguration erläutert die App weitere Funktionen und stellt auch den kostenpflichtigen Dienst Withings+ vor. Dieser erweitert den Funktionsumfang um zusätzliche Auswertungen, personalisierte Gesundheitsprogramme sowie weitere Trainings- und Coaching-Inhalte. Für die grundlegenden Schlafanalysen ist ein Abonnement jedoch nicht erforderlich. Wir haben uns im ersten Schritt mit den zahlreichen Funktionen der App vertraut gemacht. Sie ist sehr umfangreich und enthält viele nützliche Tipps. Wir können uns diverse „Routinen“ abonnieren, uns tägliche Tipps für besseren Schlaf geben lassen und auch viele grundsätzliche Informationen über das Schlafen abrufen.
Die erste Nacht
In der Nacht soll der Withings Atmung, Herzschlag und Bewegungen automatisch erfassen und daraus Schlafdauer, Schlafphasen, Herzfrequenz, Schnarchen und mögliche Atemstörungen analysieren. Wir waren sehr gespannt, machen uns bettfertig und gehen schlafen. Gespannt schauen wir am nächsten Morgen in die Withings-App. Hier sehen wir nun, dass wir über 7 Stunden geschlafen haben mit einem Ergebnis von 80 Prozent. Mit einem Klick auf den entsprechenden Menüpunkt werden die Statistiken zu Schlafdauer, Schlafphasen, Herzfrequenz, Schnarchdauer und möglichen Atemstörungen der Nacht detailliert aufgeführt. Aus allen Werten errechnet die App dann das in unserem Fall sehr gute Ergebnis von 80 Prozent. Jeder einzelne Punkt lässt sich innerhalb der App einzeln und individuell abrufen und wird in einer Infoleiste ausführlich erklärt.
Schlafapnoe-Analyse
Besonders interessant ist die Erkennung möglicher Schlafapnoe. Der Sleep Analyzer analysiert den Schlaf über mehrere Nächte hinweg und sucht nach Hinweisen auf wiederkehrende Atemaussetzer. Werden Auffälligkeiten erkannt, weist die App darauf hin. Natürlich ersetzt das keine ärztliche Diagnose, kann aber ein sinnvoller Hinweis sein, einen Arzt aufzusuchen und die Ursachen für dauerhaft schlechten oder unruhigen Schlaf medizinisch abklären zu lassen. Allgemein bietet die App auch die Möglichkeit, die Schlafdaten pro Tag, Woche und Monat anzuzeigen und sogar per PDF-Datei an eine E-Mail-Adresse zu senden. Optimal also, wenn Sie ein Schlaftagebuch übersichtlich mit Ihrem Arzt oder sonstigen Personen teilen möchten. Im Laufe der nächsten Tage entwickelte sich der tägliche Blick in die App fast schon zur Gewohnheit. Jeden Morgen wollten wir wissen, wie wir geschlafen haben. Interessant war dabei vor allem, dass die Messergebnisse meist sehr gut mit unserem persönlichen Empfinden übereinstimmten. Nach kurzen Nächten oder unruhigem Schlaf spiegelte sich das auch in den Auswertungen wider.
Wie funktioniert die smarte Schlafmatte?
Natürlich wollten wir auch wissen, wie die smarte Schlafmatte technisch aufgebaut ist und wie zuverlässig die Messungen unter verschiedenen Bedingungen funktionieren. Im Inneren der Matte arbeiten pneumatische Sensoren, die kleinste Bewegungen des Körpers registrieren. Dadurch kann der Sleep Analyzer Atemfrequenz, Herzschlag und Bewegungen kontaktlos erfassen. Ergänzt wird das System durch einen Geräuschsensor, der Schnarchen und mögliche Atemaussetzer erkennt. Aus diesen Messwerten erstellt die App einen übersichtlichen Schlaf-Index und bewertet die Schlafqualität anhand verschiedener Faktoren wie Schlafdauer, Schlafphasen, Unterbrechungen und Regelmäßigkeit. Laut Hersteller können Bewegungen einer zweiten Person im Bett die Messergebnisse beeinflussen. Gleiches gilt für besonders dicke oder sehr weiche Matratzen. Auch wie die Matte auf Umgebungsgeräusche wie einen laufenden Fernseher reagiert, wollten wir wissen. Während unseres Tests konnten wir keinen nennenswerten Einfluss durch einen eingeschalteten Fernseher feststellen. Etwas ungenau waren unsere Messungen beim Ändern der Schlafposition. Hier zeigte die App dann nicht immer konstant Daten oder kurze „Nickerchen“, statt einen echten Zeitverlauf an. Dies hat sich durch das Aktivieren des Empfindlichkeitslevels verbessert.
Was die Matte sonst noch kann?
Der Withings Sleep Analyser lässt sich im Zusammenspiel mit weiteren Withings-Komponenten auch optimal für weitere Gesundheitsaktivitäten nutzen. Hierzu zählen digitale Waagen, Fitnessuhren und weiteres Sportgerät. Außerdem können Sie die Matte mit Hilfe von IFTTT auf Wunsch als Schalter zum Regulieren von Licht, Raumtemperatur und vielem mehr einsetzen.