Foto: Philips/TP-Vision
18.08.2026
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76 Jahre UKW: Als Radio noch Zukunftsmusik war

Am 18. August 1950 begann in Düsseldorf eine neue Ära des Radios. Heute, 76 Jahre später, hat sich die Technik erneut grundlegend verändert. Aus UKW wird zunehmend DAB+. Doch eines bleibt: Radio gehört weiterhin zum Alltag.

Es war ein Tag, an dem die Radiotechnik nach vorne blickte: Am 18. August 1950 öffnete in Düsseldorf die 17. Deutsche Funkausstellung ihre Tore. Nach mehr als einem Jahrzehnt Pause war es die erste deutsche Funkausstellung der Nachkriegszeit.

234 Aussteller präsentierten ihre Neuheiten, knapp 230.000 Menschen kamen und im Mittelpunkt stand eine Technik, die damals als besonders modern und zukunftsweisend galt: Ultrakurzwelle, kurz UKW.

Für die Besucher gab es damals einiges zu bestaunen. Hersteller zeigten neue Radioempfänger, Musikschränke und sogenannte Tonmöbel. Teilweise waren Plattenspieler und Plattenwechsler integriert. Auch neue Aufnahme- und Wiedergabetechniken sorgten für Aufmerksamkeit. Mit dem Tefifon wurde beispielsweise eine Schallbandkassette mit einer Spielzeit von bis zu 60 Minuten präsentiert.

Radio-Revolution

Heute wirkt es beinahe selbstverständlich, dass Radio über UKW empfangen wird. 1950 war das allerdings noch keineswegs so. Der erste deutsche UKW-Sender war bereits am 28. Februar 1949 in München-Freimann auf Sendung gegangen. Die neue Technik versprach besseren Klang und wurde zum wichtigen Entwicklungsschritt für den Hörfunk.

Die Funkausstellung in Düsseldorf machte deutlich, wohin die Reise gehen sollte. Neue UKW-Empfänger standen im Mittelpunkt des Interesses, und die deutsche Radioindustrie präsentierte sich nach den schwierigen Nachkriegsjahren wieder leistungsfähig und innovativ.

UKW war 1950 also das, was heute DAB+ ist: eine neue Technik, die den Hörfunk verändern sollte. Heute steht das Radio wieder an einem technologischen Wendepunkt. UKW ist längst nicht mehr die einzige Möglichkeit, Radio zu hören. Vor allem DAB+ hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen digitalen Verbreitungsweg entwickelt.

Nach aktuellen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse gewinnt die digitale Radioverbreitung weiter an Bedeutung. Auch DAB+ wächst: Laut ma 2026 Audio II erreicht DAB+ inzwischen 35,6 Prozent der Bevölkerung im Weitesten Hörerkreis.

Vielleicht ist das die eigentliche Geschichte hinter dem heutigen Jubiläum: Nicht das Radio geht, sondern seine Übertragungstechnik verändert sich.

Vom UKW-Zeitalter ins Digitalradio

76 Jahre nach der Düsseldorfer Funkausstellung lässt sich deshalb eine interessante Parallele ziehen. Die Technik ändert sich – die Idee bleibt.

Menschen wollen Nachrichten hören, Musik genießen, sich informieren, unterhalten werden und unterwegs Radio empfangen. Ob über UKW, DAB+, Internet oder künftig vielleicht wieder über eine ganz andere Technik, ist dabei letztlich zweitrangig.

Und so kann man am heutigen 18. August durchaus auf 76 Jahre UKW-Geschichte zurückblicken. Gleichzeitig darf man aber auch feststellen: Die Zeit von UKW als dominierendem Übertragungsweg neigt sich langsam dem Ende entgegen.

Das Radio selbst hat jedoch noch lange nicht ausgedient.

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