Radio deluxe
Wir testen einen HiFi-Tuner im klassischen 43-Zentimeter-Format im Jahre 2026? Ja, gibt’s denn sowas überhaupt noch? Aber ja doch – und das mit weitaus mehr Features, als man vermuten würde.
Einzeltest: HiFi-Tuner Telestar TOP 500
Der Tuner kommt im klassischen 43er HiFi-Rack-Format daher und besitzt große Bedientasten und ein gut lesbares Display.Natürlich ist die Zeit nicht in den Achtzigern stehengeblieben. Damals, als der UKW-Rundfunk das höchste der Gefühle in Sachen drahtloser Musikempfang war. Und schon mal gar nicht für die – übrigens urdeutsche – Firma Telestar, die sich drahtlose Empfangstechnik in jeder Form und Farbe auf die Fahnen geschrieben hat. Was in der heutigen Zeit in allererster Linie auf digitale Formate hinausläuft, und da macht unser heutiger Proband auch gar keine Ausnahme. Und so ist
Telestars TOP 500* denn auch viel mehr als nur ein simpler UKW-Tuner. Zum Listenpreis von 229 Euro vereint das eher unscheinbare Gerät ein pralles Feature-Paket unterm Stahlblechdeckel, das auch betagte HiFi-Anlagen schlagartig in die Jetztzeit katapultieren kann. Neben UKW-Rundfunk beherrscht der TOP 500 DAB+- und Internetradio, er kann von Netzwerkressourcen streamen und von einer ganzen Reihe von Musik-Streaming-Anbietern. Kost von USB-Sticks verdaut er ebenfalls. Bluetooth-Signale kann er sowohl empfangen und wiedergeben als auch senden – letzteres findet man selten bei so einer Komponente in dieser Preisklasse. Das UKW-Empfangsteil ist eine moderne Ein-Chip-Lösung, die natürlich kaum noch etwas mit den aufwändigen Hochfrequenz-Frontends vergangener analoger Herrlichkeit zu tun hat. Und ja, mein Spätsiebziger-Revox klingt und empfängt merklich besser als der Telestar, aber der kostet auch gebraucht ein Mehrfaches des Telestar neu. Und der kann halt noch viel mehr als nur UKW-Radio empfangen. Zudem sollte man die mitgelieferte, ausziehbare Stabantenne in Sachen Empfangsleistung nur als einen ersten Schritt verstehen, hier gibt es weitaus bessere Lösungen. Davon würde auch der DAB+-Empfang sicherlich profitieren. Mit der Serienantenne reicht es bei mir für immerhin 22 Sender, die allerdings erfreulich störarm empfangbar sind. Mit der Internet-Radio-Funktion sind natürlich noch viel mehr Stationen drin, allerdings ist das Auffinden eines Wunschsenders mit dem TOP 500 etwas mühselig.
Streaming
Sogar die Streaming-Welt bedient das Gerät: Per UPnP kann das Gerät auf entsprechend ausgestattete Server im Netz zugreifen. Das ist zwar ein relativ altes Protokoll, das dafür aber robust funktioniert. Eine separate Streaming-Option erlaubt den Zugriff auf Internet-Dienste wie Deezer, HighResAudio, Napster, TIDAL, Qobuz, Soundmachine und Calm Radio – ausgerechnet der Branchenprimus Spotify allerdings fehlt in der Liste. Interessant ist auch die Bluetooth-Funktionalität des Gerätes: Sie arbeitet mit dem relativ modernen Bluetooth 5.3-Standard und erlaubt es, neben der Wiedergabe von Audiodaten auf diesem Weg auch, die von den eingebauten Tunern erzeugten Musik-Streams zu versenden: Sie möchten DAB+-Radio auf dem Mobiltelefon hören? Hiermit ist das kein Problem.
Auf Wunsch mit App
In Sachen Bedienung zeigt sich der TOP 500 vielfältig gerüstet: Einerseits sind alle Funktionen über Taster und Drehregler am Gerät verfügbar. Außerdem gehört eine Infrarotfernbedienung zum Lieferumfang, die ebenfalls den Zugriff auf alle Funktionen ermöglicht. Wem das nicht reicht, der kann sich zudem über die „Soundmate“-App über sein Smartphone mit dem Gerät verbinden. Rein physisch kommt der TOP 500 im Gewand einer klassischen HiFi-Komponente daher, was für gute Integrierbarkeit in eine bestehende HiFi-Anlage sorgt. Ein bisschen schade ist es, dass die ordentlich solide Metallkonstruktion ausgerechnet bei der Frontblende aufhört, die ist nämlich aus Kunststoff. Das Gerät kommuniziert über ein Farb-TFT-Display mit einer Diagonale von gut acht Zentimetern mit dem Bediener. Die Anzeige ist gut ablesbar, ab einer gewissen Entfernung wird es jedoch naturgemäß schwierig. Auch klanglich weiß das Gerät durchaus zu überzeugen: Es tönt transparent und ausgewogen, spart sich digitale Härte weitgehend und wirkt souverän und kräftig. In Anbetracht des Verkaufspreises ein weiteres Argument für dieses kleine Empfangswunder.
Verbindung zum Internet und Heimnetzwerk gibt es per WiFI und LAN-Anschluss.
Die mitgelieferte Fernbedienung ermöglicht die Steuerung bequem von der Couch.
Der Tuner kommt im klassischen 43er HiFi-Rack-Format daher und besitzt große Bedientasten und ein gut lesbares Display.
Fazit
Der TOP 500 ist weit mehr als ein reiner Abspieler für Radioprogramme vom Äther und World Wide Web. Er bietet ein sehr große Auswahl an Wiedergabemöglichkeiten und kann auch in Sachen Bedienung punkten.
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